Das Buch,hm.Eigentlich hatte ich nicht vor,ein Pilzbuch zu schreiben.Doch über 15 Jahre Pilzfotografie und der ständige Kontakt zu einem Mykologen,der zufällig Lektor eines Verlages für biologische Literatur ist,legten es dann irgendwann nahe.
Es kam eben dazu.Punktum.Wenn man sich auf so etwas einlässt,muss man nicht nur mit finanziellen Verlusten,sondern auch mit mehr oder weniger sachlichen Kritiken rechnen.
Als ich es zum ersten Mal in den Händen hielt,war mein Eindruck:drucktechnisch sehr solide,Abbildungen sind naturgetreu und nicht so farblich überzogen,wie es heute leider gern gemacht wird.Die Bilder sind halbseitig,also ziemlich groß und nicht so winzig wie in der Massenware.Das hat aber die Druckkosten in die Höhe getrieben und das Buch hat seinen Preis.Fast 30 Euro muss man berappen.Na ja,mal sehen,was für Meinungen dazu kommen...
Gespannt wartete ich auf die ersten Reaktionen und als erstes freute ich mich auf auf die Buchbesprechung durch Frau Montag,Redakteurin des "Tintling",die gewiss meine Arbeit schätzen würde.Da war ich mir vollkommen sicher und konnte das nächste Heft kaum erwarten...Schließlich war ich ein Abonnent der "ersten Stunde" und verfasste auch einige Beiträge.
Als der "Tintling" kam,schlug ich ihn gleich in freudiger Erwartung auf und suchte die Rezension.Ich konnte nicht glauben was ich da las.Schockiert rief ich meinen Verlag an,der ebenfalls völlig überrascht von der geradezu bösartigen Buchbesprechung war.Andererseits-wer ist diese Karin Montag?Eigentlich eine Socken verkaufende Marktfrau,"auf dem Weg zur Selbstfindung",barsch und mürrisch am Telefon,den Leuten vor den Kopf stoßend,sie hat keinen Mann (aha!) und herrscht offenbar nach Gutdünken über ihre Leserschaft.Sie fördert,wen sie will,sie "schießt ab" wen Sie will...Oder ist es Neid?Sie selbst hat an Publikationen ja nicht viel vorzuweisen.
Lassen wir lieber die Fachwelt urteilen:Prof.Dr.Agerer,Universität München in der ZfM 76/2 ...Mit dieser Pilzflora wird eindrucksvoll gezeigt,wie sich jahrelanges Beschäftigen mit Pilzen lohnt und welche Vielfalt dabei erfasst und dokumentiert werden kann.Schon aus diesem Grunde lohnt es sich,das Buch in die Hand zu nehmen und darin zu schmökern...Dr.P.Otto,Universität Leipzig in der Zeitschrift "Boletus",Band 32 Heft 2:...ist das Buch von Wert.Es ist aufschlussreich,welche Pilzarten...So manches aussagekräftiges Farbbild kann bei der Bestimmung eigener Aufsammlungen hilfreich sein oder gefällt durch Ästhetik.Prof.Dr.Kreisel,Greifswald:Das Buch macht mir große Freude und ich finde darin viel Interessantes,beginnend mit der wunderbar flüssig geschriebenen Einleitung...
Na ja,sicher hätte man manches besser machen können,meine ich.Aber hinterher ist man immer schlauer.Und wie geht es weiter?Sind nun alle Pilze gefunden und ausreichend dokumentiert?Nein,natürlich nicht.Deshalb arbeite ich weiter,forsche nach neuen Pilzen,überarbeite aber auch bereits getätigte Bestimmungen.Und fotografiere,mikroskopiere,fotografiere...,jetzt aber digital,keine Dias mehr und gleich eigene Bildbearbeitung am PC,die heutige Technik machts halt möglich.Und mein Buch:also mal ehrlich und bei aller Selbstkritik:sooo schlecht ist es doch wirklich nicht.15 Jahre harte Arbeit stecken dahinter.Das muss sich ja auch irgendwie äußern!Es spricht vor allem fortgeschrittene Pilzfreunde an,-Niveau muss halt sein-aber auch der ganz normale Pilzsammler findet hier seine Sammelarten nebst Giftpilzen wieder.Speisewerte sind natürlich unter den Bildern zusammen mit deutschen und botanischen Namen angegeben.Der fortgeschrittene Pilzfreund wird seinen Horizont gewiss erweitern können.Es sollte jeder selbst urteilen.
Zunächst ein kurzer Einblick- 620 Pilzarten in Farbe,Funddaten und Register:
Ehrlichkeit ist mir wichtig:Das Pilzbuch ohne Fehler wird es wohl nie geben,jedenfalls kein Werk in diesem Umfang und schon gar nicht in einer Erstausgabe.Auch ich muss Korrekturen vornehmen,der Fehlerteufel hat auch mich erwischt.Außerdem:Alles fließt,nichts ist statisch,immer wieder gibt es neue Erkenntnisse.Käufer meines Buches können hier notwendig gewordene Korrekturen einsehen.Andere Autoren vertuschen lieber.Nicht bei mir!
Vorläufige Korrekturliste:
1.Pyrenopeziza atrata statt Pyrenopeziza carduorum an Cirsium palustris und auch an Solidago
2.Statt Hydnellum peckii wurde wiederum Hydnellum concrescens gefunden
3.Cercospora beticola statt Cercospora chenopodii an Chenopodium album
4.Briosia ampelophaga statt Septoria ampelina an Vitis vinifera
5.Phyllosticta filipendulina statt Septoria ulmariae an Filipendula
6.Abb.617 ist Ramularia karakulinii an Epilobium statt Septoria epilobii
7.Cercospora campi-silii statt Septoria noli-tangeris an Impatiens
8.Sporonema punctiformis statt Septoria cruciatae an Galiumarten
9.Alternaria hortensiae statt Septoria hydrangeae an Hydrangea
10.Abb.126 ist eine Lepiota spec.,wahrscheinlich eine aberrante Form von Lepiota aspera
