Hier lernen Sie die wichtigsten Speisepilze und ihre giftigen oder ungenießbaren Doppelgänger kennen.Außerdem:

Welche Pilze sollte man sammeln und was ist dabei zu beachten?

Ob ein Pilz essbar oder giftig ist sieht man ihm nicht an (es sei denn man kennt ihn) und auch irgendwelche Hilfsmittel wie mitgekochte silberne Löffel sind Unsinn.Man muss die einzelnen Pilze kennen und sich jeden Fund etwas genauer anschauen.Wer nur eine Pilzmahlzeit holen möchte und wenig Wert auf die anderen Pilzarten legt,aber Angst vor Vergiftungen hat,ist hier am besten beraten und muss nicht mühsam alle Galerien durchstöbern,um ggf. sehr ähnlich aussehende giftige oder ungenießbare Arten zu finden.Die gängigsten Sammelarten und deren Doppelgänger werden in einer Tabelle gegenübergestellt.Bei Blätterpilzen ist es wichtig auf die Stielbasis zu achten,also ob z.B.eine Knolle oder dergleichen vorhanden ist.Diese Unachtsamkeit hat schon viele Knollenblätterpilzvergiftungen verursacht,weil man die Pilze einfach abschnitt,um die vermeintlichen Champignons zu ernten!Es ist vorteilhaft zu wissen ob ein saurer oder ein kalkhaltiger Untergrund vorhanden ist.Das ist von Gegend zu Gegend sehr verschieden.Der allseits gefürchtete Satanspilz z.B. kann auf sauren Böden nicht gedeihen,wohl aber auf basischen(kalkhaltigen).In meiner Gegend ist der Boden sauer (bis auf ein kleines Gebiet),daher kann ich kein eigenes Foto vom Satanspilz zeigen.(In solchen und ähnlichen Fällen greife ich ausnahmsweise und nur im Interesse der Sache auf Repros zurück).

In der Fachzeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Mykologie wurden Merkblätter (ausgenommen Merkblatt 2) für die Pilzaufklärung veröffentlicht.Sie können sich diese Merkblätter wie auch andere Sachverhalte selbstverständlich ausdrucken (oder per "Mausklick rechts" in den Ordner Eigene Bilder speichern).

Merkblatt 1
Merkblatt 1
Merkblatt 2 (Quelle:Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg ,Sachsen,Sachsen-Anhalt und Thüringen (Verteilte Handzettel anlässlich einer Tagung mit Information zur Giftwirkung des Grünlings).
Merkblatt 2 (Quelle:Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg ,Sachsen,Sachsen-Anhalt und Thüringen (Verteilte Handzettel anlässlich einer Tagung mit Information zur Giftwirkung des Grünlings).

Die folgenden Gegenüberstellungen sind meine Erfahrungen aus über 35 Jahren Pilzberatung

Im direkten Vergleich von Speisepilzen und ihren ungenießbaren oder gar giftigen "Doppelgängern" möchte ich Ihnen nun das "schwere Los des Pilzsammlers" (ich meine:immer geplagt von Vergiftungsängsten) ein wenig erleichtern und werfe hier meine gesamte Erfahrung aus unzähligen Pilzberatungen an die mykologische Front.Doch etwas müssen Sie immer beherzigen.SIE SAMMELN UND BESTIMMEN IHRE PILZE LETZTLICH SELBST!Für eventuelle Schäden übernehme ich daher auch keine Haftung!

Teil A ) : Gegenüberstellung:Essbare Pilze mit relativ hohem Verwechslungsrisiko

Linke Spalte :Essbare Pilzart

Rechte Spalte:Giftiger /ungenießbarer Doppelgänger


Steinpilz (Boletus edulis),essbar
Steinpilz (Boletus edulis),essbar
Gallenröhrling (Tylopilus felleus),ungenießbar
Gallenröhrling (Tylopilus felleus),ungenießbar

Vom Steinpilz (Bild links) gibt es mehrere Arten,die dem Sammler kaum auffallen dürften.Als eigentlicher Doppelgänger muss der sehr bittere Gallenröhrling angesehen werden.Vor allem jung kann er Steinpilzen sehr ähneln.Man koste eine kleine Probe und wird die Bitterkeit bemerken.


Flockenstieliger Hexenröhrling(Boletus erythropus),gut abgekocht essbar
Flockenstieliger Hexenröhrling(Boletus erythropus),gut abgekocht essbar
Netzstieliger Hexenröhrling (Boletus luridus),gut abgekocht essbar,roh giftig!
Netzstieliger Hexenröhrling (Boletus luridus),gut abgekocht essbar,roh giftig!
Schönfußröhrling (Boletus calopus),bitter
Schönfußröhrling (Boletus calopus),bitter

Die Hexenröhrlinge (Fotos links) haben einige Doppelgänger.Auf sauren Böden und in höheren Lagen ab ca.400m ist es vor allem der Schönfußröhrling.Er hat im Gegensatz zu Hexenröhrlingen gelbes Röhrenfutter (also nicht rotes),schmeckt bitter und ist mehr oder weniger giftig.Ein starker Giftpilz ist er aber nicht!

Satanspilz Boletus satanas(Foto:Repro),giftig
Satanspilz Boletus satanas(Foto:Repro),giftig

Der Satanspilz ist nicht ganz so giftig,wie sein Name vermuten lässt.Erbrechen und Durchfall sorgen für eine rasche Entgiftung.Dieser Pilz wächst nur (ich betone:nur) auf kalkreichen Böden.Er fehlt in bodensauren Gebieten.Dennoch sollte man bei Hexenröhrlingen mit unnormal hellen Hüten vorsichtig sein.Denn Stiel und Röhrenfutter sehen aus wie bei Hexenpilzen,nur ist der Hut nicht braun,sondern weiß.


Wer Blätterpilze sammeln möchte,muss sich intensiver beschäftigen und sollte auch wenigstens ein gutes Pilzbuch zu Hause haben.Die Verwechslungsgefahr steigt sprunghaft an und-was noch schlimmer ist-die gefährlichsten Giftpilze finden sich hier.Man sollte sich daher auf einige wenige Sammelarten beschränken,was ich auch an dieser Stelle tun werde.

Mairitterling,Maipilz (Calocybe gambosa)-essbar
Mairitterling,Maipilz (Calocybe gambosa)-essbar

Der Mairitterling erscheint in der Regel Ende April und wächst nur ein paar Wochen bis spätestens Mitte Juni.Man findet ihn außerhalb des Waldes in Parks,auf Friedhöfen,bei Sportstätten usw.Er mag offene,grasige Stellen unter Büschen und Laubbäumen.Kennzeichnend ist u.a.sein markanter Geruch nach Mehl oder Nudelteig.Ich rieche das schon,wenn ich davor stehe.Da zu dieser Zeit (mit Ausnahme des Ziegelroten Risspilzes im rechten Bild) keine größeren weiß-gelblich gefärbten Pilze wachsen,ist die Bestimmung an sich nicht schwer.

Ziegelroter Risspilz (Inocybe erubescens),giftig
Ziegelroter Risspilz (Inocybe erubescens),giftig

Etwa Anfang Juni-Juli muss auf Kalkböden oder Böden mit etwas Kalkanteil mit diesem Risspilz gerechnet werden.Sorgloses sammeln vermeintlicher Maipilze hat hier schon oft zu Vergiftungen geführt.Der Maipilz hat niemals rötliche Farbtöne und sieht doch auch,ehrlich gesagt,anders aus!


Der Perlpilz (Amanita erubescens),essbar
Der Perlpilz (Amanita erubescens),essbar
Pantherpilz (Amanita pantherina),giftig
Pantherpilz (Amanita pantherina),giftig

Pantherpilzvergiftungen sind relativ häufig.Bitte beachten:bei Pantherpilzen ist die Manschette stets ungerieft,bei Perlpilzen (Bild links) und Grauen Wulstlingen (s.Gal.1) immer deutlich gerieft.Perlpilze haben außerdem rötliche Farbtöne,die mit etwas Übung leicht erkennbar sind.Häufiger als der Pantherpilz ist der schwach giftige Porphyrwulstling (s.Gal.1),ebenfalls mit glatter Manschette.Ganz junge Perlpilze können auch mit jungen Fliegenpilzen verwechselt werden.Diese zeigen im Schnitt stets eine rotgelbe Linie,bei Perlpilzen ist das nicht der Fall.Auch kann der Braune Fliegenpilz (Gal.1) verwechselt werden.Bleiben Sie in dieser Gruppe bitte beim Sammeln von Perlpilzen!


Wiesenchampignon (Agaricus campestris),essbar
Wiesenchampignon (Agaricus campestris),essbar

Wer Champignons (auch Egerlinge genannt) sammelt,sollte wissen,dass es etliche Arten davon gibt,darunter auch giftige.Champignons sind relativ fleischige Pilze mit im Alter dunkel werdenden Lamellen,wobei die meisten Arten weiß aussehen.Der hier abgebildete Wiesenchampignon ist häufig auf Wiesen,Weiden und sogar im eigenen Garten anzutreffen.Unbedingt beachten:Beim Anschnitt der Stielbasis sollte das Fleisch weiß bleiben oder sich leicht rötlich verfärben,auf keinen Fall kräftig gelb!Bleiben die Lamellen hell oder gar weiß,kann es sich um einen gefährlichen Giftpilz wie z.B. den Weißen Knollenblätterpilz (s.Pilzvergiftungen) handeln

Giftchampignon (Agaricus xanthoderma),giftig
Giftchampignon (Agaricus xanthoderma),giftig

Der wirklich sehr ähnlich aussehende Giftchampignon wächst ebenfalls auf Wiesen und Weiden.Er heißt auch Karbolegerling,weil er "irgendwie chemisch-unangenehm riecht.Auf jeden Fall ist höchste Vorsicht geboten,wenn die Stielbasis im Schnitt schnell und intensiv gelb färbt.Sie sollten solche Pilze nur bei wirklich guter Kenntnis sammeln.Bei Anischampignons (s.Gal.1) können auch leichte Gelbfärbungen auftreten.Ist der Anisgeruch deutlich wahrnehmbar,ist alles o.k.Dennoch ist er aus anderen Gründen so harmlos nicht,da er Cadmium anreichert (s.Pilzvergiftungen)


Safran-Schirmpilz (Macrolepiota=Chlorophyllum rachodes),essbar
Safran-Schirmpilz (Macrolepiota=Chlorophyllum rachodes),essbar

Wer Schirmpilze sammelt,sollte sich auf zwei Arten konzentrieren,denn die Verwechslungsgefahr mit Giftpilzen steigt hier stark an.Ich empfehle den hier abgebildeten Safran-Schirmpilz und den allseits bekannten Parasol (s.Gal.1).Der Safranschirmpilz läuft beim Anschneiden oder Reiben am Stiel ziemlich schnell safranfarben (d.h. rötlich,orange-oder karottenfarben) an.Das ist ein sehr gutes Erkennungsmerkmal,auf das Sie unbedingt achten sollten.Dieser Schirmpilz wächst in Laub-und Nadelwald,gern auch außerhalb des Waldes bei Laubhumus.

Quelle:Zeitschrift der DGfM
Quelle:Zeitschrift der DGfM

Immer wieder gibt es Vergiftungen mit Groß-Schirmpilzen bzw.angeblichen Safran-Schirmlingen.Es gibt giftige Doppelgänger,die ich selbst noch nicht gefunden habe.Lesen Sie dazu den abgebildeten Beitrag aus meiner Fachzeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.Es ist immer verdächtig,wenn das Fleisch der Pilze im Schnitt braun anläuft!


Das Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis),essbar
Das Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis),essbar
Gifthäubling (Galerina marginata),stark giftig
Gifthäubling (Galerina marginata),stark giftig

Das Stockschwämmchen (im linken Bild) wächst auf Laubgehölzen wie Birke und Buche und man hat schnell den Korb damit voll.Erst in den letzten Jahren ist man auf einen tödlich giftigen Doppelgänger aufmerksam geworden.Er hat sich rasant ausgebreitet und ich kann im Herbst oft regelrechte Teppiche davon in den Fichtenwäldern finden.Neuerdings ist er (auch von mir) auf Laubholz gefunden worden.Hauptunterschied:beim Stockschwämmchen sind die Stiele abwärts vom Ring braun-sparrig-schuppig,beim Gifthäubling weißlich bereift.Wenn Sie sich nicht sicher sind,dann verzichten Sie lieber.


Graublättriger Schwefelkopf (Hypholoma=Psilocybe capnoides),essbar (nur Hüte verwenden)
Graublättriger Schwefelkopf (Hypholoma=Psilocybe capnoides),essbar (nur Hüte verwenden)

Ein häufiger Pilz,der an Nadelholzstubben und morschen -stämmen ,besonders auf Fichte,wächst.Die Erscheinungszeit ist oft erst der Herbst bis in den Frühwinter hinein.Man achte auf die grauen Lamellen bei sterilen Fruchtkörpern auch blassgelb).Es gibt zu dieser Zeit noch mehrere ähnliche Arten,die am gleichen Substrat wachsen können.Die Farbunterschiede (oft nur feine Nuancen) sind hier sehr wichtig.

Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma=Psilocybe fasciculare),scharf und schwach giftig
Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma=Psilocybe fasciculare),scharf und schwach giftig

Als wichtigster Doppelgänger ist der Grünblättrige Schwefelkopf zu nennen.Auf Laub-und Nadelholz wachsend kommt er schon ab Sommer vor,ist extrem häufig und gern auch im Garten auf Wurzeln der Obstbäume zu finden.Das Grün der Lamellen ist oft nur ein Reflex,das Erkennen muss man üben.Die Pilze sind insgesamt lebhafter gelb gefärbt als bei seinem essbaren Doppelgänger.Auf Laub-oder Nadelholz sind noch zu beachten:Ziegelroter Schwefelkopf,Geselliger Schwefelkopf und Wurzelnder Schwefelkopf (s.Galerie 2).


Violetter Rötelritterling (Lepista nuda),essbar.
Violetter Rötelritterling (Lepista nuda),essbar.
Braunvioletter Dickfuß (Cortinarius anomalus),Speisewert unbekannt
Braunvioletter Dickfuß (Cortinarius anomalus),Speisewert unbekannt

Wer Violette Rötelritterlinge (Bild links) sammelt,sollte sich vor ebenfalls violettlich gefärbten Haarschleierpilzen hüten.Diese haben,wie der Name schon sagt,zumindest im jungen Zustand einen Schleier zwischen Hut und Stiel.Starke Giftpilze gibt es (wahrscheinlich) in dieser Gruppe nicht.Man kennt noch nicht alle Giftwirkungen dieser umfangreichen und auch schwierigen Pilzgruppe,die selbst Spezialisten vor Probleme stellt.


Hallimasch (Armillaria mellea s.l.),gut abgekocht essbar (Hüte)
Hallimasch (Armillaria mellea s.l.),gut abgekocht essbar (Hüte)
Sparriger Schüppling (Pholiota squarrosa) ,nicht schmackhaft
Sparriger Schüppling (Pholiota squarrosa) ,nicht schmackhaft

Wer den Hallimasch (Bild links) sammelt,wird gelegentlich auf seinen Doppelgänger "Sparriger Schüppling" auf Laubholz stoßen.Das ist an sich nicht schlimm,vom minderwertigen Geschmack einmal abgesehen.Man findet ihn meist an alten Laubbäumen,hier im Foto an einer Linde.


(Echter) Pfifferling (Cantharellus cibarius),essbar
(Echter) Pfifferling (Cantharellus cibarius),essbar
Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca),in größerer Menge schwach giftig
Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca),in größerer Menge schwach giftig

Der Echte Pfifferling (Bild links) hat niemals rötliche oder orangefarbene Farbtöne.Der Falsche Pfifferling hingegen (wächst gern auf morschem Holz und ist sehr häufig) hat immer rötliche Reflexe!Er ist auch von anderer Konsistenz:eher weich und schlaff,der Echte Pfifferling dagegen ist fest.In manchen Gegenden wachsen kleine,giftige Hautköpfe (Merkblätter 3 und 4),die schon mit Pfifferlingen verwechselt wurden.


Frauentäubling (Russula cyanoxantha),essbar
Frauentäubling (Russula cyanoxantha),essbar
Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides),tödlich giftig
Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides),tödlich giftig

Wer Täublinge sammeln möchte,sollte sich auf den Frauentäubling (Bild links)-ein großer,kompakter Pilz des Buchenwaldes (auch unter Eichen und Fichten) konzentrieren.Andere Täublingsarten sind entweder schwer bestimmbar oder das Sammeln lohnt einfach nicht.Täublinge haben niemals einen Ring oder eine Manschette,geschweige denn eine Knolle an der Wurzel.Grün gefärbte Täublinge können bei Leichtfertigkeit (deshalb sollte man die Pilze vorsichtig herausdrehen und nicht abschneiden) mit Grünen Knollenblätterpilzen verwechselt werden.Das ist schon passiert!


Samtfuß-Winterpilz (Flammulina velutipes),essbar
Samtfuß-Winterpilz (Flammulina velutipes),essbar
Tannenflämmling (Gymnopilus penetrans),ungenießbar (bitter)
Tannenflämmling (Gymnopilus penetrans),ungenießbar (bitter)

Ab November ist mit dem Samtfuß-Winterpilz (Bild links) zu rechnen:an Laubgehölzen wie Stubben,Wurzeln oder noch lebenden Stämmen.Viel häufiger ist der bittere Tannenflämmling-oft massenhaft auf Nadelholz und Laubholz.Ihm fehlt jedoch der typische schwarz-samtige Stiel!


Spitzmorchel (Morchella conica s.l.),essbar
Spitzmorchel (Morchella conica s.l.),essbar

Die Spitzmorchel erscheint im Frühjahr,meist von März bis Mai.Ihr typischer Standort (der jedes Jahr zu wechseln scheint) ist Rindenmulch.Man hat sie sogar unvermittelt im Garten,vielleicht im Blumenbeet,und die verunsicherten Leute erscheinen dann oft als erste Ratsuchende des Jahres beim Pilzberater.Achten Sie immer auf Folgendes:der Hut ist stets deutlich wabenartig gekammert wie auf dem Bild,dann ist eine Verwechslung ausgeschlossen!

Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta),giftig Foto:Repro
Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta),giftig Foto:Repro

Der klassische Doppelgänger ist die-ebenfalls im Frühjahr erscheinende-giftige Frühjahrslorchel.Sie scheint in vielen Gegenden zu fehlen und obwohl ich selbst unzählige Pilze schon gesehen habe-die Frühjahrslorchel war noch nicht dabei.Nun sei es denn:die Lorchel hat immer einen hirnartig gewundenen Hut,die essbare Morchel dagegen wabenartige Kammern!


Teil B) :Essbare Pilze mit geringem Verwechslungsrisiko

Linke Spalte:Essbar und kaum zu verwechseln

Rechte Spalte:Anmerkungen und Hinweise


Maronenröhrling (Xerocomus badius),essbar
Maronenröhrling (Xerocomus badius),essbar

Der Maronenröhrling hat keinen giftigen oder ungenießbaren Doppelgänger.Man sollte jedoch auch unter dem Hut nachschauen,ob darunter ein Röhrenfutter ist,das zudem auf  Druck blau anläuft.Ist darunter ein Blätterfutter (Lamellen),ist es ganz sicher etwas anderes.Zudem ist zu beachten:In manchen Gegenden (Bayern,Baden-Württemberg) weisen gerade diese Pilze einen besonders hohen Gehalt an radioaktivem Cäsium auf.Laden Sie sich am besten dazu das Merkblatt runter!

Und noch ein Tipp:wenn man die braune Hutfarbe auswäscht,verringert sich die radioaktive Belastung,da die braunen Hutfarbstoffe Badion und Norbadion eine Affinität zu Cäsium haben.


Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus),essbar
Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus),essbar

Die Ziegenlippe (Bild links) ist nicht immer leicht zu erkennen und kann Rotfußröhrlingen sehr ähnlich sein.Die Hutfarbe schwankt von rotbraun bis grünlich-braun.Sie ist ein Kiefernbegleiter und wächst oft einzeln oder in kleinen Gruppen.Der Stiel kann auch rötlich behaucht sein.Ähnlich kann auch der Hohlfuß-Röhrling sein,dessen Poren auffallend groß sind:

Hohlfuß-Röhrling (Boletinus cavipes),essbar
Hohlfuß-Röhrling (Boletinus cavipes),essbar

Butterpilz (Suillus luteus),essbar nach Abziehen der Huthaut
Butterpilz (Suillus luteus),essbar nach Abziehen der Huthaut

Auch vom Butterpilz (Bild links) gibt es verschiedene Arten,doch den Sammler wird das m.E. kaum interessieren.Da er ein Kiefernbegleiter ist,wird ihn mancher auch im Garten finden können.Wichtig:die Huthaut immer abziehen,denn sie ist giftig.Das sollte auch bei anderen "Schmier-Röhrlingen" immer gemacht werden.

Ringloser Butterpilz (Suillus fluryi),essbar
Ringloser Butterpilz (Suillus fluryi),essbar

Goldgelber Lärchenröhrling (Suillus grevillei),essbar,Schleimschicht bitte entfernen
Goldgelber Lärchenröhrling (Suillus grevillei),essbar,Schleimschicht bitte entfernen

Der Goldröhrling (Bild links) ist streng an die Lärche gebunden.Der Schleim des Hutes (manche Pilzarten schützen sich so vor Austrocknung) sollte entfernt werden.Auf Kalkböden und an geschotterten Waldwegen wächst der Graue Lärchenröhrling.

Grauer Lärchenröhrling (Suillus viscidus),essbar
Grauer Lärchenröhrling (Suillus viscidus),essbar

Kuh-Röhrling (Suillus bovinus),essbar
Kuh-Röhrling (Suillus bovinus),essbar

Der Kuhröhrling (Bild links) ist ein Kiefernbegleiter und tritt oft in Massen auf.Auffallend sind seine großen,eckigen Poren.Er ist zäh und geschmacklich minderwertig.Ebenfalls ein Kiefernbegleiter ist der ähnlich gefärbte Sandpilz mit sehr kleinen Poren.

Sandpilz (Suillus variegatus),essbar
Sandpilz (Suillus variegatus),essbar

"Rotkappe",essbar,sammeln nur in kleinen Mengen erlaubt!
"Rotkappe",essbar,sammeln nur in kleinen Mengen erlaubt!

Es gibt mehrere Arten von Rotkappen.Laut Bundes-Artennaturschutzgesetz von 1986 dürfen diese Pilze nur in geringer Menge gesammelt werden.


Birkenpilz (Leccinum scabrum),essbar
Birkenpilz (Leccinum scabrum),essbar

Gleiches gilt auch für Birkenpilze.Der Birkenpilz selbst kann sehr variabel sein,denn es gibt verschiedene Arten davon.Nicht wundern,wenn der Hut weiß oder schwarz ist.Verwechslungen wären eventuell möglich mit dem nicht schmackhaften düsteren Röhrling .


Rotfuß-Röhrling (Xerocomus chrysenteron),essbar
Rotfuß-Röhrling (Xerocomus chrysenteron),essbar

Der Rotfuß-Röhrling ist sehr häufig,besonders in Laub/Mischwäldern und hat einen Nachteil:er verdirbt sehr schnell und ist außerdem meist madig.Im Herbst wächst zudem der etwas hochwertigere Herbst-Rotfuß:

Herbst-Rotfuß (Boletellus pruinatus),essbar
Herbst-Rotfuß (Boletellus pruinatus),essbar

Schopftintling (Coprinus comatus) jung,essbar
Schopftintling (Coprinus comatus) jung,essbar

Der Schopftintling ist ein häufiger Pilz,gern auf grasreichen Waldwegen und in seiner jungen Form (Bild links) ein guter Speisepilz,der mit keiner anderen Pilzart verwechselt werden kann.Zudem soll er gesunde Inhaltstoffe (z.B. Blutdrucksenker) enthalten.Alt (Bild rechts) sollte er nicht mehr gesammelt werden,da er bereits-wie sein Name sagt-tintenartig zerfließt.

Schopf-Tintling (Coprinus comatus),alt
Schopf-Tintling (Coprinus comatus),alt

Echter Reizker (Lactarius deliciosus),essbar
Echter Reizker (Lactarius deliciosus),essbar

Der "Echte" Reizker (Bild links) ist vom Namen her irreführend."Falsche"Reizker in dem Sinne gibt es nicht.Der Echte Reizker wächst normalerweise unter Kiefern und hat deutliche Ringe auf dem Hut.Viel häufiger ist der Fichtenreizker.Beide sind essbar und immer am rötlichen Milchsaft erkennbar!

Fichtenreizker (Lactarius deterrimus),essbar,eventuell leicht bitter
Fichtenreizker (Lactarius deterrimus),essbar,eventuell leicht bitter

Der Brätling (Lactarius volemus),essbar-gesondert zubereiten!
Der Brätling (Lactarius volemus),essbar-gesondert zubereiten!

Der Brätling (Bild links) ist vielen bekannt.Leider ist er ziemlich selten geworden und man findet ihn nur mit viel Glück.Extra zubereitet ist er eine Delikatesse!Den Brätling erkennt man am fischähnlichen Geruch und der weißen,milden Milch.Ähnliche gefärbte Milchlinge gibt es mehrere,im nachfolgenden Foto ist der scharfe,ungenießbare Paprika-Pilz abgebildet.Von den ca.100 Reizkern (Milchlingen) ist keiner wirklich giftig.

Rotbrauner Milchling oder Paprika-Pilz (Lactarius rufus),ungenießbar wegen brennend scharfer Milch
Rotbrauner Milchling oder Paprika-Pilz (Lactarius rufus),ungenießbar wegen brennend scharfer Milch

Austernseitling (Pleurotus ostreatus),essbar
Austernseitling (Pleurotus ostreatus),essbar

Der Austernseitling (Bild links) ist allgemein bekannt.Man findet ihn meist erst im Spätherbst,aber auch in milden Wintern und im Frühjahr an fast allen Laubgehölzen.Eine gewisse Ähnlichkeit hat der Gelbstielige Muschelseitling,der im Spätherbst auf Eiche und Buche wächst,kleiner ist und der Literatur nach etwas bitter.Ich kenne aber Sammler,die ihn ebenfalls mitnehmen.

Gelbstieliger Muschelseitling (Sarcomyxa serotina),essbar
Gelbstieliger Muschelseitling (Sarcomyxa serotina),essbar

Krause Glucke (Sparassis crispa),essbar,gesondert zubereiten
Krause Glucke (Sparassis crispa),essbar,gesondert zubereiten

Eigentlich ist die Krause Glucke (Bild links) unverwechselbar mit ihren gekräuselten Blättern.Sie kommt meist an Kiefer oder Fichte vor,und zwar an lebenden Bäumen wie auch an Stubben.Es ist meist ein Zufallsfund.Ältere,braun verfärbte Pilze können zu Verdauungsbeschwerden führen.Sie sollten auch keine Korallen verwechseln,davon gibt es giftige.Korallen haben längliche Äste und keine Blätter.

Eine Koralle im Vergleich
Eine Koralle im Vergleich

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus),jung essbar
Schwefelporling (Laetiporus sulphureus),jung essbar

Der Schwefelporling ist ein leicht bestimmbarer Pilz und nicht nur eine Augenweide,sondern auch schmackhaft.Man findet ihn oft an alten Eichen,aber auch anderen Laubbäumen,auf Stubben und an Stämmen.Nicht selten sogar im Garten an Kirsch-oder Apfelbäumen.

Leberpilz (Fistulina hepatica),jung essbar
Leberpilz (Fistulina hepatica),jung essbar

Der Leberpilz wächst gern an alten Eichen.Er sieht wirklich aus wie rohe Leber und ist mit keiner anderen Pilzart zu verwechseln.